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Der Aufbau des Instituts de France

Das Institut national de France, das mittels des Artikels 298 der Verfassung vom 5. Fructidor des Jahres II (22. August 1795) mit der Auflage gegründet wurde, "die Entdeckungen zusammenzutragen, die Künste und Wissenschaften zu vervollkommnen", wurde zunächst durch das Gesetz vom 3. Brumaire des Jahres IV (25. Oktober 1795), dann durch das Gesetz vom 25. Germinal des Jahres IV (4. April 1796) organisiert.
Gemäß des Artikels 88 der Verfassung vom 22. Frimaire des Jahres VIII (13. Dezember 1799) erhalten, wurde es durch den Konsularerlass vom 3. Pluviôse des Jahres XI (23. Januar 1803) umgestaltet.
Die königliche Verfügung vom 21. März 1816, vervollständigt durch die königliche Verfügung vom 26. Oktober 1832, sowie das Forschungsprogrammgesetz Nr. 2006-450 vom 18. April 2006 verliehen ihm seine endgültige Gestalt.

Eine Organisation nach Klassen, dann nach Akademien

In seinem ursprünglichen Aufbau (Gesetz vom 3. Brumaire des Jahres IV) war das Institut in drei Klassen aufgeteilt : Physik und Mathematik; Moral- und Politikwissenschaften; Literatur und schöne Künste. Der Konsularerlass vom 3. Pluviôse des Jahres XI erhöhte die Anzahl der Klassen auf vier, schuf jedoch die Moral- und Politikwissenschaften ab. Die Aufteilung nach Klassen war nun folgende: Physik und Mathematik; Französische Sprache und Literatur; Geschichte und Literatur des Altertums; schöne Künste.
Die neuen Klassen waren fortan so autonom wie früher die Akademien unter dem Ancien Régime, bildeten jedoch nach wie vor ein einziges Organ, das Institut.
Die königliche Verfügung vom 21. März 1816, deren ausdrückliche Absicht es war, eine Verbindung zwischen der von der Convention begründete Institution und den ehemaligen Akademien herzustellen, erteilte den Klassen ihre ursprünglichen Namen zurück: Nun hießen diese wieder „Akademien“.
Das Institut blieb erhalten. Fortan vereinte es die Académie française, die Académie des inscriptions et belles-lettres, die Académie des sciences und die Académie des beaux-arts. Schließlich stellte die königliche Verfügung vom 26. Oktober 1832 durch die Schaffung einer Académie des sciences morales et politiques die Moral- und Politikwissenschaften im Rahmen des Instituts wieder her.
Von da an war der allgemeine Aufbau des Instituts in Form einer Zusammenfügung der fünf Akademien gesichert.
Das Gesetz vom 18. April 2006 legte in den Artikeln 35, 36, 37 und 38 die Verordnungen in Bezug auf das Institut de France und die Akademien fest.

Die Organisation der Akademien

Die Organisation und die Zusammensetzung der Klassen sowie der auf sie gefolgt habenden Akademien wurden seit 1795 mehrfach stark verändert.
Das Gesetz vom 3. Brumaire des Jahres IV verfügte, dass jede Klasse in Abteilungen gegliedert sei: Physik und Mathematik in zehn Abteilungen, Moral- und Politikwissenschaften in sechs, Literatur und schöne Künste in acht. Jede Klasse zählte zudem drei Arten von Mitgliedern: Ansässige Mitglieder (wohnhaft in Paris) ; französische assoziierte Mitglieder, „über die verschiedenen Teile der Republik verteilt“; ausländische assoziierte Mitglieder.
Die Organisation des Jahres XI war anderen Zuschnitts. Einerseits waren von den vier neuen Klassen des Instituts nur die erste und die vierte in Abteilungen aufgeteilt (jeweils elf und fünf); andererseits führte der Konsularerlass einen neuen Status ein: den Korrespondenten.
So wie heute konnten damals die Korrespondenten sowohl Franzosen als auch Ausländer sein. Ihre Anzahl wurde auf 100 in der ersten, 60 in der dritten und 36 in der vierten Klasse festgesetzt. In der zweiten Klasse gab es weder ausländische assoziierte Mitglieder noch Korrespondenten. Die konsularische Neugestaltung führte überdies zu einer deutlichen Erhöhung der Gesamtanzahl von Mitgliedern und assoziierten Mitgliedern.
Die durch die königliche Verfügung vom 21. März 1816 wiederhergestellten Akademien behielten das Prinzip der Aufteilung in Sektionen überall dort bei, wo es bereits in den Klassen galt. Dazu bestanden sie aus der gleichen Anzahl von Mitgliedern, assoziierten Mitgliedern und Korrespondenten wie die vormaligen Klassen. Zu diesen bereits existierenden Kategorien fügte die königliche Verfügung allerdings eine neue hinzu: den freien Akademiker. Die Anzahl der freien Akademiker wurde für jede der drei Akademien, die welche zählten - Akademie der Inschriften und Belletristik, Akademie der Wissenschaften und Akademie der Schönen Künste - auf zehn festgesetzt.
Seit 1816 wurden der Aufbau und die Zusammensetzung der meisten Akademien mehrfach verändert. Ziel der sukzessiven Reformen war insbesondere:
  • die Vereinheitlichung der verschiedenen Mitgliederkategorien (Abschaffung der Unterscheidung zwischen residierenden und nicht-residierenden Akademikern sowie zwischen gewöhnlichen und freien Akademikern);
  • die Erhöhung der Mitgliederanzahl, unter anderem durch die Schaffung von neuen Abteilungen (so zum Beispiel innerhalb der Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Schönen Künste) ;
  • die Sicherung der Mitgliederverjüngung (teils durch reguläre Maßnahmen, wie in der Akademie der Wissenschaften) ;
  • die Verstärkung der internationalen Ausstrahlung des Instituts (durch Erhöhung der Anzahl von assoziierten Mitgliedern und ausländischen Korrespondenten in allen darüber verfügenden Akademien) ;
  • Dagegen ist der Rekrutiermodus der Akademien seit den Ursprüngen quasi unverändert: Die Mitglieder jeder Gesellschaft wählen ihre zukünftigen Genossen selbst.

Die Gesetze und Regelungen, die das Institut de France und die fünf Akademien regieren

Sie wurden in folgende Bänden versammelt :

1. Institut de France – Gesetze, Statuten und Regelungen
bezüglich der ehemaligen Akademien und des Instituts, von 1635 bis 1889. Tafel der Stiftungen (1889).

2. Institutionen und Regelungen der Académie française
1635, 1752, 1816 (in Statute und Regelungen).

3. Regelung für die Akademie der Inschriften und Belletristik, Statute von 1999

4. Institut de France, Akademie der Wissenschaften
- Statute von 2003, Verordnung vom 31. Januar 2003, Journal officiel vom 2. Februar 2003

5. Statute und Regelungen der Akademie der schönen Künste
(in Statute und biografisches Verzeichnis, 2000)

6. Regelungen der Akademie der Moral- und Politikwissenschaften (im Sammelband der Biografischen und bibliografischen Notizen, 1990)

7. Regelungen zur Verwaltung des Institut de France (1922 und 1953)

8. Statute des Institut de France und Regelungen zu Finanzen und Buchhaltung (2007)
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